2012_05_27: Höllental / Brunnerweg + Stadlwandgrat 5-

Der Straßen- und Baustellenlärm, treibt uns aus der Stadt, doch der Verkehr verlief wie so oft nur stockend. Ein wenig fluchend ließen wir Wien hinter uns und somit auch das schöne wolkenlose Wetter. Schwarze Wolken und blaue Lücken wechselten sich ab und deuteten auf nichts Gutes. Doch wir ließen uns von unserem Vorhaben nicht abbringen. Geplant war die Durchsteigung des Brunnerwegs + Stadlwandgrabens. Der Brunnerweg hatte ja gemischte Gefühle bei so manch Begeher hinterlassen, welche von schlimmste Tour bis super Kletterstellen reichten. Somit mussten wir selber herausfinden, wie es um diese leicht alpin angehauchte Tour nun steht.

Das Wochende hatte wohl so einige Leute aus ihren Höhlen gelockt und somit war das Höllental ziemlich überlaufen. Der gratis Campingplatz beim Kaiserschild quillte fast über und der Stadlwandparklplatz war natürlich verparkt. Auf der Straße rasten die Motorräder um die Kurven und im Wasser tümpelten zig Paddler die Salzach entlang. Man kann so sagen, an so manch Tagen verliert das oft ruhige und versteckte Höllental leider ein wenig an seiner Idylle.

Was soll man machen, wir sind ja hier zum klettern und nicht über den Massentourismus im Höllental zu philosophieren und somit packen wir unsere 7 Sachen. Sebo nur seine 6, denn die Zustiegsschuhe hatte er ja daheim vergessen und lässt somit seinen Flip-Flops mal richtig Bergluft schnuppern.

Solidarisch schließe ich mich Sebo an und lass gleich das Topo im Auto. Zum Glück hatte ich mir den Einstieg gemerkt und somit finden wir mal diesen ohne Probleme. Wegfindung auf einem Gratanstieg sollte ja auch kein so ein Problem werden. Wurde es auch nicht, wie sich herausstellte. Die Devise unserer Tour: schnell und sicher ( in Anbetracht der dunklen Wolken) und unsere Helferleins sollen 3 Tiblocs sein, die hier zum ersten Mal zum Einsatz kommen sollen.

Die ersten 4 Längen sichern wir noch durch. Der Fels ist hier unheimlich rau und es ist ein Genuß hier zu klettern. Genauso wie die Kletterrei angenehm Abwechslungsreich ist. Verschneidungen, Risse, Platten und sogar ein leider wenig brüchiger Überhang sind in den ersten 4 Seillängen dabei. Die Absicherung ist ganz in Ordnung, aber man kann schon mal was dazwischen legen, um sein Nervenkostüm ein wenig zu entspannen.

Nach der 4ten Seillänge ändert sich ein wenig der Charakter und lässt somit das Herz des Schrofenkletteres höher schlagen. Die Kletterei ist relativ leicht und mit paar Baumschlingen und Keilen ganz gut absicherbar. Wir klettern die restlichen 8 Seillängen am laufenden Seil und werden noch zum Abschluß mit einem Traumpfeiler belohnt.

Nach einer kleinen Pause geht es vom Wandbuch des Stadlwandgrates in selber Manier weiter. Über einen scharfen Grat und ein paar Türmchen geht es in Windeseile den Austieg entgegen. Der Fels ist hier schon ein wenig abgespeckter, aber noch immer genial zum klettern, wozu auch der bombenfeste Fels beiträgt. Nach 2h und 20min geht ein tolles Felsabenteuer zu Ende. Wir sind überglücklich die Tour gemacht zu haben und werden noch dazu mit ein wenig Sonne belohnt.

Gallery Stats

  • Version: 3.0.9
  • Albums: 262
  • Photos: 2428
  • Hits: 1336671

Random image